KLÖCKNER-HUMBOLDT-DEUTZ AG • KÖLN



Bedienungsanleitung

für die



ölhydr. Kraftheberanlage mit 3-Punkt-Kupplung

(Deutz-Bosch-Anlage) am


15 PS, 18 PS, 22 PS, 24 PSDEUTZ-Schlepper

KLÖCKNER-HUMBOLDT-DEUTZ AG • KÖLN Betr.: F1L 514, F2L 612, F2L 514



Achtung!

Nach Anbau der Bosch-Ölpumpe HY/ZE 16 CR 12 und der gesamten Kraftheberanlage ist nach erstem Inbetriebsetzen des Motors sofort das Steuerventil des Krafthebers auf „Heben" zu schalten und in dieser Stellung einige Sekunden festzuhalten, damit das Überdruckventil anspricht, also Druck erzeugt wird. Hiermit bekommt die Ölpumpe das für die Schmierung ihrer Lagerstellen notwendige Öl.

Diese Handhabung ist bei längeren Transportfahrten des Schleppers oder bei Riemenscheibenbetrieb, wobei der Kraftheber nicht benutzt wird, die Pumpe also drucklos umläuft, von Zeit zu Zeit zu wiederholen.

KLÖCKNER-HUMBOLDT-DEUTZ Aktiengesellschaft

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Ölhydr. Kraftheberanlage und 3-Punkt-Kupplungam 15,18, 22, 24 PS Deutz-Schlepper

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A 22 19

Erklärung der Ziffern:Steuerhebel H 1KraftheberÖlablaßschraubelinker Hubarmrechter Hubarmlinker unterer Lenker mit Kugel-Kupplungspunkt Arechter unterer Lenker mit Kugel-Kupplungspunkt Boberer Lenker (Toplenker) mit Kugel-Kupplungspunkt C und Spannschloß9 Stabilisierungskette
10 linke Hubstange

21 22 Brechte Hubstange mitHandradKetten mit SpannschloßKettenhalterungZugplatte mit höhenverstellbaremAckerwagenzugmaulBolzen mitDistanzhülsenAnlenkung der unteren LenkerFeststellhebel H 2VorsteckerVorstecker-KettenRückführgestänge(Die Abbildungen sind für die konstr. Ausführung unverbindlich.]

K L Ö C K N E R - H U M B O L D T - D E U T Z AG • KÖLN

Die Ölpumpe

Als Ölpumpe wird eine Bosch-Zahnradpumpe verwendet, die mittels eines Keilriemens direkt von der Motorkurbelwelle angetrieben wird. Die Pumpe arbeitet dadurch unabhängig von der Fahrkupplung des Schleppers.

Der erzeugte Höchstdruck beträgt 120 atü, die Förderleistung 16 1/min. bei einer Drehzahl von 2500 U/min.

Wenn sich nach einiger Zeit der Antriebs-Keilriemen gelängt hat, also durchrutscht, arbeitet die Pumpe nicht mehr einwandfrei, der Kraftheber hebt nur langsam oder gar nicht.



Der Riemen ist dann durch Hochschwenken der Pumpe um ihre Lagerung nachzuspannen. Dies geschieht folgendermaßen:

Man schraubt die Kontermuttern (4 und 5) sowie die Konterschraube (6) zurück. Auch die Rohranschlüsse (7) und (8) müssen etwas gelockert werden, um Spannungen aus den Rohrleitungen zu beseitigen. Durch Anziehen der Spannschraube (3) wird dann die Pumpe mit der Halterung hochgeschwenkt und der Keilriemen gespannt. Nicht überspannen!
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Anschließend Konterschraube (6), Kontermuttern (4 und 6) und die Rohranschlüsse (7) und (8) in dieser Reihenfolge wieder fest anziehen.

Verliert die hydr. Anlage durch eine plötzliche Leckage Öl, so ist die Öl-Pumpe durch Abnehmen des Keilriemens (nach Lösen der Schrauben (3) und (6) auszuschalten. (Bei Ölnachfüllung gleiche Ölsorte verwenden, nicht verschiedene Ölsorten mischen!).


Pumpenanordnung 15 PS

Der Keilriemen ist durch Hochschwenken der Pumpe nachzuspannen. Dies geschieht folgendermaßen: Man löse die 2 Sechskant-/ mutteren (1) und spannt mittels des Zugankers (2) durch Anziehen der Sechskantmutter (3) den Keilriemen auf die erforderliche Spannung. Dann zieht man die Sechskantmuttern (1) sowie die Sechskantmutter (4) wieder


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Der Kraftheber

Der Kraftheber ist in Blockkonstruktion ausgeführt. Er besitzt einen einfach wirkenden Hubzylinder mit mechanischer Rückführung des Steuerhebels in die O-Stellung.

Das Krafthebergehäuse dient gleichzeitig als Öltank. Der Einbauzylinder ist mit der Ölfiltereinrichtung und dem angeflanschten Steuerventil ausgerüstet.


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Zeichenerklärung:

P Pumpe
K Kraftheber
St Steuerventil
F Filter
H1 Steuerhebel für Krafthebel
H2 Feststellhebel
H3 Steuerhebel für Frontlader
SL Saugleitung
DL Druckleitung

ZL Zylinder-Leitung für Frontlader

E Entlüftungsfilter mit Pegelstab

Kraftheber mit Zwillings-Steuergerät (siehe Seite 8).

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Das Steuergerät


Das Steuergerät ist vorn am Einbauzylinder des Krafthebers angeflanscht. Die Schaltstellungen des Steuerhebels H1 für den Kraftheber sind durch obenstehendes Bild ausgedrückt.

Die strichpunktierte Stellung „Freigang", in der der Steuerhebel durch, eine Federklemme gehalten wird, ist einzuschalten beim Arbeiten mit Anbaugeräten. In dieser Stellung können sich die Kraftheberarme unbeeinflußt von der Hydraulik zwanglos auf und ab bewegen. Die Anbaugeräte müssen zur Tiefenhaltung mit einem Stützrad ausgerüstet sein.
Aus der Stellung „Heben" wird der Steuerhebel zwangsläufig durch das Rückführgestänge bei Erreichen des oberen Totpunktes der Hubarme in die O-Stellung gedrückt, sog. Endausschaltung.
Diese Endausschaltung kann auch so eingestellt werden, dass sie bereits früher, also vor Erreichen des oberen Totpunktes, zur Wirkung kommt, wenn dies das betreffende Anbaugerät so verlangt.
Auch für die Stellung „Senken" kann durch entsprechende Einstellung der vorderen Klemmschraube auf dem Rückführgestänge die Rückführung des Steuerhebels aus der „Senken"- oder „Freigang"-Stellung in die „O-Stellung" erreicht werden. Dies ist von Vorteil bei dem Arbeiten mit Kulturgeräten ohne Stützrad, um nach dem Ausheben die gleiche Tiefganglage wieder zu erhalten. Der hydr. Freigang ist herbei aufgehoben.
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Der Feststellhebel H2 dient dazu, angehobene Geräte gegen unbeabsichtigtes Herunterfallen zu sichern, insbesondere für den Transport oder bei abgestelltem Schlepper. Das Einschalten dieses Hebels nach oben kann nur bei vollständig angehobenen Hubarmen erfolgen. Vor dem Wiederlösen (Schaltung nach unten) ist mittels des Steuerhebels H1 das Gerät erst nochmals ganz anzuheben.
Bei Frontlader-Betrieb wird an Stelle des beschriebenen einfachen Steuergerätes ein Zwillings-Steuergerät vorn am Kraftheber angeflanscht. Der rechte Steuerhebel entspricht dann dem Steuerhebel H1 für den Kraftheber (s. o.).
Der linke Steuergeräteteil wird über eine Rohrleitung mit den Laderzylindern verbunden.
Der linke Steuerhebel dient dann zur Betätigung des Laders. Hebel nach unten, wo er einrastet, Senken des Laders; Mitte „O-Stellung" (Neutral), Hebel nach oben = Heben des Laders. Aus der „Heben"-Stellung springt der Steuerhebel nach Loslassen in die „O-Stellung" zurück.
Durch feinfühliges Betätigen dieses Steuerhebels kann das Heben oder das Senken des Laders von langsam bis schnell geregelt werden.
Beim Heben ist zweckmäßigerweise Vollgas zu geben, beim Senken die Motordrehzahl zu vermindern; also mit Fußgashebel fahren!
Zur Verhinderung von Schäden an der Ölleitung zu den Laderzylindern, an Vorderachse und Bereifung durch hohe Staudrücke beim Abfangen der unter Last abgesenkten Laderschwinge oder beim raschen Durchfahren von Schlaglöchern mit gefüllter Erdschaufel ist in das Zwillings-Steuergerät noch ein besonderes Überdruckventil eingebaut.

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Füllen der Anlage mit ÖI:

Man verwende nur Motorenöl (Mineralöl) SAE 20. In kalten Zonen sowie im Winter SAE 10.

Verschluss-Schraube (Handschraube) zum Filtereinsatz F auf dem Zylinder des Kraftstoffhebers herausdrehen. In diesen Stutzen das vorgeschriebene Mineralöl einfüllen. Der Einfüllvorgang nimmt längere Zeit in Anspruch [1/2bis 1 Stunde), da das Öl erst durch das Filter laufen muss. Es ist nicht angängig, etwa den Kraftheberdeckel abzuschrauben, da dann das Öl ungefiltert in die Anlage kommt und mitgeführte Fremdkörper zur Beschädigung oder Zerstörung der Anlage führen können. - Die richtige Ölfüllung wird nach dem Einfüllen von ca. 5 Liter durch Herausdrehen des Entlüftungsfilters E mittels des daran befestigten Pegelstabes festgestellt. Das Öl muss an der unteren Kerbe des Pegelstabes stehen.

Bei Frontladerbetrieb sind ca. 7 Liter Öl einzufüllen. Das Öl muss dann an der oberen Kerbe des Pegelstabes stehen.

Nun den Schleppermotor anlassen und mit Leerlaufdrehzahl laufen lassen. Sowie der Ölspiegel fällt, weiter Öl einfüllen. Steuerhebel des Krafthebers betätigen. Steigen aus dem Öl auch nach längerer Zeit noch Blasen hoch, so ist eine Verbindungsstelle der Rohrleitungen undicht, es wird Luft angesaugt. Rohrverbindungen und -anschlüsse nachziehen.

Zur Beachtung: Des Öfteren den richtigen Ölstand kontrollieren; ein- bis zweimal wöchentlich!

Filterreinigung:

Auf den Kraftheberzylinder ist ein Bosch-Hydraulik-Filter aufgebaut. Nach den ersten 20-30 Betriebsstunden ist dieses Filter unbedingt zu reinigen.

Nach Ablassen des Öles aus dem Krafthebergehäuse (Ablaßschraube hinten) bei Stillstand des Motors löse man die 3 Innensechskantschrauben, die den Filtertopf auf dem Kraftheberblock halten, und nehme vorsichtig den Topf ab, ohne den zwischen Topf und Zylindergehäuse liegenden Rundgummiring zu zerstören.

Unter dem Topf sitzt auf einem Filzring der Siebfiltereinsatz, bestehend aus doppelkegeligen Siebscheiben aus feinem Drahtgewebe (Maschenweite 0,1 mm). Dieser Filtereinsatz ist mit einer sauberen Borstenbürste in Waschbenzin auszuwaschen. Das Siebscheibenpaket wird dabei nicht auseinander genommen.

In der Mitte des Topfes befindet sich der Filtermagnet, der im zusammengebauten Zustand in das Siebscheibenpaket hineinragt. Dieser ist am Filtertopf befestigt. Man reinigt ihn mit Hilfe eines Läppchens ebenfalls in Benzin oder Rohöl.

Eventuell auf dem Zylindergehäuse unter dem Siebeinsatz liegen der Ölschmutz ist ebenfalls vor dem Wiederzusammenbau zu entfernen.
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Auch das in den Kraftheberdeckel eingeschraubte Luftfilter ist abzuschrauben und in Benzin zu reinigen.
Nach dem Säubern sind die Filterteile in frischem Hydrauliköl nachzuspülen und wieder einzusetzen. Dabei ist auf größte Sauberkeit zu achten! Dichtungen und Filzring unter dem Siebfilterpaket nicht vergessen.
Die Filterreinigung ist jeweils nach etwa 1000 Betriebsstunden zu wiederholen, d. h. etwa halbjährlich.
Bei Frontlader-Betrieb
ist das Filter etwa alle 6 bis 8 Wochen zu reinigen!
Das abgelassene ÖI soll nach Möglichkeit nicht wieder verwendet werden!
Mindestens einmal jährlich ist die gesamte Ölfüllung der hydraulischen Anlage zu erneuern.
Achtung! Erfolgt die regelmäßige Filterreinigung nicht, so tritt eine Drosselung in der Ansaugleitung zur Pumpe ein, die Pumpe bekommt nicht genug Öl, läuft heiß und erleidet Schaden. Der Kraftheber bzw. Hubzylinder hebt langsam oder gar nicht mehr.


Wartung und Pflege:

Öfter Ölstand prüfen und zur rechten Zeit Filter reinigen! Nur das vorgeschriebene Motorenöl verwenden!

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Störungen

1. Hubwelle bewegt sich nicht.

Ursache: a) Keilriemen der Pumpe rutscht.
Abhilfe: Riemen spannen, siehe Seite 84 und 85.
b) Ölfilter ist verstopft.
Abhilfe: Filter reinigen, siehe Seite 89.
c) Überdruckventil ist dauernd geöffnet infolge verschmutzten
Öles.
Abhilfe: Öl erneuern, Filter reinigen, siehe Seite 89.
d) Kolben-Manschette im Hubzylinder ist undicht.
Abhilfe: Neue Manschette einbauen. (Von Bosch zu beziehen.) Siehe Seite 96.

2. Hubwelle bewegt sich nur langsam.

Ursache: a) Keilriemen der Pumpe rutscht.
Abhilfe: Riemen spannen, siehe Seite 84 und 85.
b) Ölfilter ist verstopft.
Abhilfe: Öl nachfüllen, siehe Seite 89.
c) zu wenig Öl im Behälter.
Abhilfe: Filter reinigen, siehe Seite 89.
d) Überdruckventil ist dauernd geöffnet infolge verschmutzten
Öles.

Abhilfe: Filter reinigen und Ölfüllung erneuern, s. S. 89 u. 90.
e) Öl ist durch Luft verschäumt.

Abhilfe: Rohranschlüsse der Saugleitung nachziehen oder Öl nachfüllen, wenn zu wenig Öl vorhanden.
f) Kolben-Manschette im Hubzylinder ist undicht.

Abhilfe: Neue Manschette einbauen. (Von Bosch zu beziehen.) Siehe Seite 96.

3. Anlage verliert ÖI.

Ursache: a) undichte Leitungsanschlüsse, besonders der Druckleitung. Abhilfe: Anschlüsse nachziehen, s. Seite 95.Krafthebergehäuse ist zu voll, Öl tritt aus Entlüftungsfilter E. Abhilfe: Richtigen Ölstand beachten, siehe Seite 89.Leitungen sind beschädigt.Abhilfe: Durch einschlägige Werkstatt neue Leitung verlegen lassen, siehe auch Seite 95. Achtung: öfter Ölstand kontrollieren.

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